Heißt die Lösung Familienzentrum?

Quelle: www.wn-online.de

Der Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper sicherte Alfons Bücker von der Kolpingsfamilie bei der Suche nach Finanzquellen fürs MGH Unterstützung zu.Foto:
Der Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper sicherte Alfons Bücker von der Kolpingsfamilie bei der Suche nach Finanzquellen fürs MGH Unterstützung zu.Foto:
(Alfred Riese)


Saerbeck - Im Kampf gegen das finanzielle Aus für das Mehrgenerationenhaus (MGH) mit Auslaufen der Bundesförderung Ende 2011 holt sich die Kolpingfamilie Schützenhilfe aus Berlin. Am Mittwoch war der Wahlkreisabgeordnete im Bundestag, Dieter Jasper (CDU), zu Gast bei Alfons Bücker, Vorsitzender der Kolpingfamilie als Betreiber des MGH, und der neuen Leiterin Astrid Künzl. Als Ziel zeichnet sich eine Kombination von Bundes- und Landeszuschüssen zusammen mit einer Förderung durch die Gemeinde Saerbeck ab. Dabei nannte Bücker als eine Möglichkeit, das MGH zu einem Familienzentrum zu machen, um so an 12 000 Euro jährlich aus Düsseldorf zu kommen.
Das Gebäude selbst befindet sich im Besitz einer Bürgerstiftung, umriss Bücker die aktuelle Situation. Damit endet aber auch schon die Sicherheit. Seit der Eröffnung im Jahr 2007 bezieht die Kolpingfamilie jährlich 40 000 Euro Zuschüsse aus Mitteln des Familienministeriums. Nach fünf Jahren, so war damals der Plan, sollte sich die MGH selbst tragen. „Auf diese Summe sind wir aber angewiesen, wenn wir den Umfang der Aktivitäten halten wollen“, beschrieb Bücker das drängende Problem. Gegenüber Jasper stellte er heraus, dass die Kolpingfamilie ein „dörflicher Verein ohne große Eigenmittel“ sei, anders als etwa das DRK oder das Kinderhilfswerk. Aber auch große Träger im Hintergrund hätten seiner Kenntnis nach Finanzierungsprobleme. „Die meisten sozialen Angebote können sich nicht selbst tragen“, argumentierte Bücker, und eine Heizgebühr für den Senioren-Computerclub sei einfach nicht möglich. Neben den Kosten des Gebäudebetriebs sei man zudem auf mindestens eine halbe feste Stelle zur Koordination angewiesen, erklärte Bücker weiter.

Die Möglichkeiten der Kolpingfamilie, an Geld zu kommen, stellte Bücker als beschränkt dar: Schrott sammeln und Waffeln backen seien „zwar nett, aber reichen nicht für 40 000 Euro im Jahr.“ Die Bürgerstiftung verfüge aktuell über 860 Euro Zinserträge und 2000 Euro Spenden. Und im Rathaus müsse man auch sparen.

Dieter Jasper stellte sich klar auf die Seite der MGHs. „Wenn der Übergang in die finanzielle Selbstständigkeit nicht funktioniert, muss man Alternativen suchen“, sagte er. Er bezeichnete die Einrichtung in Saerbeck als „besonderes Vorzeige-MGH“, das sehe auch der zuständige Staatssekretär Hermann Kues so. Jasper sagte zu, beim Familienministerium nachzuhaken und Finanzierungsmöglichkeiten einzufordern. „Die Häuser am Leben zu erhalten, sollte erste Priorität sein, ich wüsste nicht, wer dagegen sein sollte“, so Jasper. Die größten Chancen rechnet er sich für eine kombinierte Förderung durch den Bund, das Land über die Töpfe für Familienzentren und die Gemeinde aus. Jasper kündigte an, bis Mitte November den Kontakt zu CDU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Karl-Josef Laumann, und Bürgermeister Wilfried Roos zu suchen. Allerdings herrsche auch „in Berlin ein strenges Spar-Diktat“.

 
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