Mehrgenerationenhaus: Hilfe aus vielen Töpfen

Quelle: www.grevenerzeitung.de, Von Jan Schneider

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SAERBECK Droht dem Mehrgenerationenhaus (MGH) das Aus? Verlieren 100 Kolping Senioren damit ihren wöchentlichen Treffpunkt? Müssen sich acht Mütter-Kind-Gruppen eine neue Bleibe suchen? Kolping-Chef Alfons Bücker macht sich berechtigte Sorgen – und nutzt seine Kontakte in die große Politik.

Bei Bücker, Vorsitzender der Kolpingfamilie, die das MGH betreibt, hatte sich am Donnerstagmittag der CDU-Bundestagsabgeordnete (MdB) Dieter Jasper angesagt. Gemeinsam sollten Lösungen gesucht werden, denn mit Auslaufen der jährlichen Bundesförderung von 40 000 Euro im Jahr 2012 sind die MGH-Angebote bedroht. Bücker schätzt, dass ohne öffentliche Mittel die Hälfte der über 30 MGH-Veranstaltungen wegfiele. Es könnte den Babysitterkurs genauso treffen wie die Kolpingjugend oder die Selbsthilfegruppe Schlaganfall. Der Kochclub für Männer könnte sich schnell in Muttis Küche wiederfinden und die Nachhilfebörse stände auf der Straße.

Finanzierung oder "die Dinge am Leben zu halten"

„Wie kann eine Finanzierung weitergehen?“ fragte Bücker daher den Politiker. Jasper betonte, es sei nötig, „die Dinge am Leben zu erhalten“. Einen Weg dazu sieht er im Anzapfen diverser Fördertöpfe. Die stehen nicht nur in Berlin, sondern auch in Düsseldorf. Und natürlich müssen dabei alle an einem Strang ziehen, auch die Ortspolitiker.

Jetzt  müssen Kontakte geknüpft werden

Jasper bat Bücker daher am Ende des Sondierungsgesprächs um eine schriftliche Formulierung seiner Wünsche, um sie der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder vorlegen zu können. Daraus soll sich eine konzeptionelle Perspektive für die künftige Entwicklung des MGH ergeben. Dann sollen Kontakte auf landes- sowie auf kommunalpolitischer Ebene aufgenommen werden.

„Das gemeinsame Ziel muss sein, den Fortbestand des Mehrgenerationenhauses zu sichern“, erklärte der Politiker.
Die Erreichung dieses Ziels braucht natürlich Vorlaufzeit. Daher, so Jasper weiter, wolle er bereits jetzt erfahren, wie die Situation am Saerbecker MGH sei – und wie sie sich in Zukunft entwickeln könne.

"Erstmals ist das Haus gefährdet"

Bücker wies im Verlauf des Gesprächs auch darauf hin, dass im Gegensatz zu anderen Mehrgenerationenhäusern in der Saerbecker Einrichtung zahlreiche Ehrenamtliche tätig sind. „Erstmals ist das Haus gefährdet“, erklärte er zudem angesichts des drohenden Versiegens der Fördermittel nachdrücklich.

Der Bundestagsabgeordnete hingegen erinnerte daran, dass es auch nach Ende der Förderung eine Verantwortung des Bundes gebe, den Fortbestand des MGA zu sichern. Er betonte weiterhin, dass noch ausreichend Zeit bleibe, nach Lösungen zu suchen. Aber er wolle hier und jetzt „einfach mal ´nen Pfahl einschlagen“.

Viele Bewerber um Fördergelder

Natürlich gebe es in Zeiten knapper Kassen viele Bewerber um etwaige Fördergelder, ergänzte Jasper. Und er stellte klar: „Es werden nur die eine Chance haben, die sauber argumentieren.“
Eine solche „saubere Argumentation“ wollen Alfons Bücker und die Kolpingfamilie jetzt abliefern, damit die Gelder fließen. Woher auch immer. Bücker: „Mir ist es letztlich egal, wer es bezahlt.“



 
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