Neuer Fördertopf: Eine Chance für das Mehrgenerationenhaus

Quelle: www.grevenerzeitung.de

SAERBECK Das Mehrgenerationenhaus gilt als Vorzeige-Einrichtung. Als umso bedrückender empfinden es die Saerbecker Verantwortlichen, dass der Fortbestand des MGH wegen der Ende 2011 auslaufenden Finanzierung nach wie vor unsicher ist. Jetzt aber gibt es neue Hoffnung.

Dieter Jasper, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem nahen Hopsten, hat zumindest eine Ahnung, wie der Weiterbetrieb des Hauses gesichert werden kann: „Der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Hermann Kues, hat mir gesagt, dass Familienministerin Christina Schröder noch im Dezember ein neues, auf fünf Jahre begrenztes Programm auflegen wird, das auch für das Saerbecker Mehrgenerationenhaus infrage kommt.“

MGH wird sich bewerben

Bürgermeister Wilfried Roos nimmt den Ball auf und verspricht, dass sich das Mehrgenerationenhaus darauf bewerben werde. Das sei mit Alfons Bücker von der Kolpingsfamilie bereits vorbesprochen worden. Jasper schränkt allerdings ein, dass ein bestimmter kommunaler Eigenanteil unabdingbar sei, um in das Programm aufgenommen zu werden. Wie hoch der sein müsse, wusste der CDU-Abgeordnete aber noch nicht.

Noch bleibt ein Jahr Zeit

„Vielleicht gibt es ja noch Landesmittel“, meint Roos. Auf jeden Fall habe man nun noch gut ein Jahr Zeit. Die gelte es zu nutzen, „um eine saubere Fortführung der Arbeit im MGH hinzukriegen.“ Was Roos wie Jasper optimistisch stimmt: „Der Bund bewegt sich zumindest.“ Insgesamt gibt es etwa 500 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland, die am besten geführten haben die besten Chancen, an die Fördertöpfe zu gelangen.

„Die gesamte Gemeinde steht voll und ganz hinter unserem Mehrgenerationenhaus“, sagt der Bürgermeister. Auch damit könne man wuchern, in anderen Kommunen sei das keineswegs selbstverständlich. Sollte sich das MGH aufgrund der Förderrichtlinien mehr als bisher in Richtung Familienzentrum entwickeln müssen, dann werde man auch darüber reden müssen.

10.000 Euro weniger zur Verfügung

Es gibt aber auch Befürchtungen, dass es – neue Fördertöpfe hin oder her – insgesamt gut 25 Prozent weniger an Geldern geben wird. Das wären dann 10.000 Euro weniger pro Jahr. Aber auch das, sagt Wilfried Roos, müsse man dann schultern.

Sollte die Gemeinde zwischenzeitlich in die Haushaltssicherung abrutschen, dann werde der Kreis entscheiden, ob das Mehrgenerationenhaus fortgeführt werde oder nicht. Ob der Landrat dieses im Ort äußerst populäre Projekt indes abwürgen würde, das darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Noch eine Finanzierungsquelle

Und noch eine Finanzierungsquelle kann sich Bürgermeister Roos durchaus vorstellen: „Die Bürgerstiftung könnte Spenden einwerben und damit zur Finanzierung des Mehrgenerationenhaus einen Beitrag leisten.“

Im Dezember also soll das neue Förderprogramm vorgestellt werden. Danach will die Gemeinde rasch reagieren und binnen kurzer Zeit ein schlüssiges Förderkonzept präsentieren. Noch im Frühjahr 2011 soll die Bewerbung dann rausgehen.
Denn die Zeit, sie drängt.

 



 
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