Bundesverkehrsministerium : Nordumgehung - nochmal von vorn

Quelle: Grevener Zeitung , Michael Hagel

SAERBECK Immer diese ärgerlichen Regierungswechsel, da kann schon mal das eine oder andere Schriftstück verloren gehen. Offenbar ist genau das beim Vorgang „Saerbecker Nordumgehung“ im Bundesverkehrsministerium passiert. Jedenfalls will man dort von einem Gespräch aus dem Jahr 2009 nichts wissen.

Nein, bahnbrechend Neues, wie etwa die Ankündigung des ersten Spatenstichs für die Nordumgehung, habe er nicht zu verkünden, sagte Bürgermeister Wilfried Roos am Dienstagvormittag eingangs eines Pressegesprächs im Rathaus, bei dem auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper sowie Saerbecks CDU-Führungsduo Annegret Raffel und Alfons Günnigmann mit dabei waren. Das erste Teilstück

Die Nordumgehung war dennoch das beherrschende Thema. Genauer: das nur 500 Meter lange erste Teilstück zwischen Ibbenbürener und Riesenbecker Straße. Darüber habe Wilfried Roos noch im Jahre 2009 – allerdings vor der Bundestagswahl – mit dem Staatssekretär des damals noch von dem Sozialdemokraten Wolfgang Tiefensee geführten Verkehrsministeriums gesprochen. Achim Großmann hieß der Mann, war ebenfalls Sozialdemokrat und nach dem Ministerwechsel zu Peter Ramsauer (CSU) weg vom Fenster.

Großmanns Nachfolger Rainer Bomba will indes nichts wissen von einer Zusage, die sein Vorgänger zum zügigen Bau des gut eine Million Euro teuren Teilstücks gemacht haben soll. Davon, ließ Bomba jetzt den Parlamentarier Dieter Jasper mitteilen, sei ihm nichts bekannt. Auch nicht davon, dass Großmann diese Zusage an die Beendigung des Linienbestimmungsverfahrens der gesamten Umgehungsstraße geknüpft hatte. Genau das ist jetzt erledigt.

So umfährt man sieben Höfe

Man habe sich, sagte Roos, für die „Variante 3“ ausgesprochen; die knicke nicht direkt hinter dem Ortseingang ab, sondern erst etwas weiter westlich. Roos: „Man umfährt damit sieben Höfe.“ Die Gemeinde habe ihre Hausaufgaben gemacht, sagten der Bürgermeister und sein Gast Dieter Jasper gestern übereinstimmend, nun sei es am Ministerium, sich an die Zusage von 2009 zu erinnern.
„Es müssen jetzt neue Gespräche geführt werden“, sagte Wilfried Roos. „Denn die Aktenlage in Berlin ist nicht die, die wir haben wollen.“

 

 
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