Großes Lob für kleines Vorbild

Quelle: www.wn-online.de , Björn Meyer

Anne Jasper, Gabi Herrmann, Dieter Jasper, Helga Lobenberg und Petra Kleen (von links) tauschten sich über die bestens funktionierende Westerkappelner Elterninitiative (Wespe) aus. Foto:
Anne Jasper, Gabi Herrmann, Dieter Jasper, Helga Lobenberg und Petra Kleen (von links) tauschten sich über die bestens funktionierende Westerkappelner Elterninitiative (Wespe) aus. Foto:
(Björn Meyer)


Westerkappeln - Rund 430 Kilometer liegt Westerkappeln von Berlin entfernt. Doch so ein klein wenig der deutschen Hauptstadt steckt auch in Westerkappeln oder besser gesagt: Etwas Westerkappeln lässt sich auch in Berlin wiederfinden. Dass zumindest stellte Dieter Jasper, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Kreis Steinfurt, fest. „In Berlin haben wir lange über das Bildungspaket diskutiert und gestritten, dabei war es in Westerkappeln ja schon fertig“, sagte Jasper anerkennend, während er die Broschüre des „Frubi-Pass“ in Händen hielt.
Mit diesem Pass unterstützt die Gemeinde die Freizeitaktivitäten von Kindern aus einkommensschwachen Familien. Genau das gleiche Ziel hat die Bundesregierung mit dem Bildungspaket.

Es entwickelte sich schnell ein reger Austausch zwischen dem Bundestagsabgeordneten aus Hopsten, seiner Frau Anne, sowie Petra Kleen und Helga Lobenberg (beide Wespe) und Gabi Herrmann von der Offenen Ganztagsgrundschule. Ob es besser wäre, den Eltern das Geld für die Freizeitaktivitäten ihrer Kinder auszuhändigen oder zum Beispiel eine Art Bonuskartensystem zu erstellen, wollte Jasper wissen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es immer besser ist, dieses Geld nicht den Eltern, sondern ganz explizit den Kindern direkt zur Verfügung zu stellen“, sagte Herrmann. Nur so sei sicher gestellt, dass das Geld eben auch für die Freizeit der Kinder genutzt werde.

Ganz genau informierte sich Jasper über die Strukturen der Wespe und bat dabei auch um eine Einschätzung, warum andere kleinere Orte in der Region solch ein Vorzeigeprojekt bislang nicht zustande gebracht hätten. „Ich bin mir sicher, an motivierten Eltern mangelt es in anderen Gemeinden ebenfalls nicht“, so Jasper. Die Wespe nutzte die Chance, um den Verdienst der Gemeindeverwaltung an dem Projekt deutlich zu machen. „Vieles würde ohne die Gemeinde, sowie Kommunal- und Landesmittel nicht funktionieren“, gab Kleen, trotz des großen Eigenengagements, zu. Oft seien es dabei nur Kleinigkeiten, die ähnliche Projekte bereits beim Entstehen zum Scheitern verurteilen würden. „Das kann alles sein und sei es nur, weil die Miete für einen geeigneten Raum fehlt“, so Kleen.

Aufmerksam lauschte nicht nur der Bundestagsabgeordnete, sondern auch seine Frau Anne. Sie möchte in ihrem Wohnort Hopsten ein ähnliches Projekt anschieben und betreuen. Doch damit nicht genug. „Ich werde das, was ich heute gehört habe, auch in andere Gemeinden bringen“, sagte Jasper. Die Wespe als Vorbild.

Der Bundestagsabgeordnete war aber nicht nur gekommen, um selber Informationen zu erhalten. Er bot auch Hilfe an. „Ich möchte gerne als Ansprechpartner dienen. In Berlin werden immer wieder Projekte ersonnen. Vielleicht lassen sich da auch Fördergelder für besondere Projekte der Wespe gewinnen“, so Jasper. Mit diesen Gedanken stieß er bei den Wespe-Vertreterinnen auf offene Ohren. „Ich schicke Ihnen gleich mal ein paar Anträge zu“, schmunzelte Petra Kleen.

Ein paar Anträge von der Wespe - aus Westerkappeln - wo eine Art Bildungspaket im Kleinen schon lange Anwendung findet.

 
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