Politik zu Gast am Goethe - MdB Jasper besucht Gymnasium anlässlich der Europawoche

Quelle: Dieser Beitrag wurde von Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums Ibbenbüren erstellt.


Der Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper war unterwegs in Ibbenbüren. Der gebürtige Hopstener trat am Mittwoch zu einer Podiumsdiskussion in der neuen Mensa der Schule an, um seine Position zu aktuellen politischen Themen mit EU-Bezug in einer Podiumsdiskussion mit SchülerInnen zu erklären und zu rechtfertigen. Die Veranstaltung wurde von einem Wirtschaftskurs der zwölften Jahrgangsstufe des Goethe-Gymnasiums und ihrem Lehrer Herrn Janis Buß organisiert. Begleitet wurde Jasper von Udo Röllenblech, Mitarbeiter des Europe Direct Centers in Steinfurt.

Vor vollbesetzten Stuhlreihen stellte sich der einstige Goethe-Schüler Jasper den Fragen der OberstufenschülerInnen und hatte es nicht einfach, in den drei 20-minütigen Diskussionsrunden der Favoritenrolle als diskussionsstärkstes Mitglied der Gesprächsrunde gerecht zu werden. Jeweils drei Schülerexperten hatten sich zu den einzelnen Diskussionen sich sichtlich gut auf die Themen vorbereitet, um dem selbst ernannten „Menschen für den zweiten Blick“ inhaltlich Paroli zu bieten. Hie Themen waren die Abwanderung von Unternehmen in EU-Ostländer, die Diskussion um den Beitritt der Türkei zur EU und der Austritt Deutschlands aus der Atompolitik.

Der Mittwoch vormittag startete mit der Debatte um die Abwanderung von Unternehmen ins Billiglohnausland, zu der der Politiker Jasper eine „differenzierte Betrachtungsweise“ forderte. Er stellte klar, dass es wichtig für unseren Wohlstand sei, dass viele Unternehmen in Deutschland bleiben, um Arbeitsplätze zu sichern, dies jedoch nicht bedeute, dass sich jedes Unternehmen in der deutschen Wirtschaft durchsetzen könne. Als problematisch schätzt  Jasper vor allem die Zukunft von Unternehmen ein, die einfache arbeitsintensive Tätigkeiten, für die man gering bis gar nicht qualifiziert sein muss, ausüben. Jedoch sei hochqualifizierte Arbeit ein attraktives Standortmerkmal in Deutschland, das überleben werde. Als größtes Triebfeder für die Abwanderung von Unternehmen machte der Hopstener die hohen deutschen Löhne verantwortlich, sah jedoch auch Standortvorteile wie die gute deutsche Infrastruktur.

Im zweiten Thema galt der EU-Beitritt der Türkei zu diskutieren. Jasper erteilte einem jetzigen Zusammenschluss der EU mit der Türkei eine Absage und stellte dar, dass es nach wie vor wichtig sei die Spannungen zwischen der Türkei und der EU, die aus 27 Ländern besteht, aus dem Weg zu schaffen. So kritisiert er die weiterhin mangelhafte Einhaltung der Menschenrechte in der Türkei, die eingeschränkte Presse-und Meinungsfreiheit sowie die unzureichende Emanzipation der Frauen, alles Themen, die seiner Meinung nach auszubauen seien. Erst dann sei ein EU-Beitritt der Türkei denkbar. Hier gab es entschiedene Gegenwehr von Schülerseite, die die Pressefreiheit auch im Rest der EU noch nicht als gegeben ansahen und dieses Kriterium folglich für unzulässig hielten.

Im dritten und letzten Thema, der Atompolitik, gab das CDU-Mitglied Jasper an, dass ein Ausstieg aus der Atompolitik sicher sei, dieser aber erst dann erfolgen könne, wenn eine sichere bezahlbare Energieversorgung gewährleistet werden könne. Schließlich wolle niemand bei einem vorschnellen Ausstieg die dann steigenden Energiepreise auch zahlen. Hier wurde Jasper erneut von den Schülern kritisiert, indem diese die hohe Subventionierung des Atomstroms in Deutschland kritisch hinterfragten. Als sicher gelte, so Jasper, dass die derzeit laufenden Atomkraftwerke in Deutschland auf einen Mindestsicherheitsstandard zu stehen haben, um weiterhin aktiv sein zu dürfen, denn Jasper, selbst Mitglied der Organisation „Wir Kinder von Tschernobyl“ weiß um die Gefahren dieser Technologie.

Nach der letzten Debatte und dem folgenden Applaus für eine gelungene Diskussion, gab es noch ein Abschlussfoto, und Jasper - sichtlich erfreut über das rege Interesse der Schüler an Politik - versprach bei Gelegenheit wieder einmal am Goethe vorbeizuschauen.

pm110523goethe01pm110523goethe02pm110523goethe03pm110523goethe04

Pressebericht aus der IVZ vom 24.05.2011 als PDF-Dokument

Bericht auf der Homepage des europe direct Informationscenter Steinfurt

 
Impressum | Sitemap | Seite empfehlen