Mehrgenerationenhaus: Gute Signale und böse Listen
Quelle: www.grevenerzeitung.de Von Wiebke Plöger
SAERBECK Unruhe und Verwirrung herrschen in der Saerbecker Politik: Ist das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Gefahr oder nicht?

„Ja, es ist gefährdet“, bleibt Ingrid Arndt-Brauer, Mitglied des Bundestags für die SPD, bei ihrer Aussage und verweist auf eine entsprechende Liste des Bundesfamilienministeriums.
Etwas durcheinander
Darauf befänden sich 298 Häuser, die eine Weiterförderung beantragen können. „Und Saerbeck ist nicht dabei“, sagt Arndt-Brauer. Das kann vor allem einen Grund haben: „Bei der von Frau Arndt-Brauer genannten Liste handelt es sich wahrscheinlich um eine Aufstellung der Häuser, die noch Mittel aus dem ersten ursprünglichen Programm erhalten“, sagt Dieter Jasper, MdB für die CDU. „Hier kann das Haus in Saerbeck nicht aufgeführt sein, weil das dortige MGH bereits die Förderungshöchstdauer erreicht hat.“ Und das waren immerhin fünf Jahre – noch bis Ende März 2012.
Das Bundesfamilienministerium hat nun aber ein zweites Aktionsprogramm ins Leben gerufen. Bis zum Jahr 2014 werden darüber insgesamt 450 Einrichtungen mit jährlich 30 000 Euro gefördert, sofern die Kommune denn weitere 10 000 Euro per anno übernimmt. Bis 12. August können sich die MGHs dafür bewerben (wir berichteten). Dass Saerbeck gute Chancen hat, sofern die Politik denn zustimmt – davon ist Jasper nach wie vor überzeugt: „Das Haus ist keineswegs gefährdet.“
Ingrid Arndt-Brauer scheine etwas durcheinander zu bringen – „der Bund will die guten MGHs weiterfördern“, sagt er. „Was gut gelaufen ist, wird auch weitergehen“, ist Jasper zuversichtlich und trifft damit genau den Nerv von Alfons Bücker, Vorsitzender der Kolpingsfamilie. „Wir lassen uns auf keinen Fall verunsichern“, sagt dieser. Der Träger arbeitet derzeit zusammen mit dem MGH eine Bewerbung aus. Insgesamt müssen darin 20 Projekte beschrieben werden. „Das wird klappen“, ist er sich sicher.
Gutes Signal
Als gutes Zeichen sieht er auch die Ankündigung des Staatssekretärs Hermann Kues, das Haus am 25. August zu besuchen. Er eröffnete das MGH vor vier Jahren.
Das Bundesfamilienministerium sagt zum Saerbecker Wirrwarr: „Erstaunlich.“ Sprecher Hanno Schäfer betont, dass es ein offenes Bewerbungsverfahren ist. „Es gibt keine Vorauswahl. Alle Häuser können sich bewerben.“ Bis zum Herbst würden alle Bewerbungen auf Herz und Nieren geprüft. Erst dann könnte es eine Liste geben, auf der die geförderten MGHs stünden.
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Dieter Jasper MdB