Eine Woche, vollgestopft mit Terminen

Quelle: www.wn-online.de


Christian Worpenberg und „sein“ Bundestagsabgeordneter Dieter Jasper in der Kuppel des Reichstag-Gebäudes.Foto:
(privat)


Lengerich - Mit großen Erwartungen fuhr Christian Worpenberg nach Berlin. Er hatte ein Praktikum im Büro „seines“ Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper ergattert. Was würde den Lengericher erwarten? Nicht alle seine Freunde waren laut Bericht von seiner Idee begeistert gewesen, sich Politik mal live anzusehen: „Und dann auch noch bei einem CDU-Abgeordneten!“.

Aber Christian Worpenberg hatte seinen Entschluss gefasst und sich nicht beirren lassen. Außerdem hatte sich Dieter Jasper sehr freundlich mit ihm unterhalten, ihm ohne zu zögern zugesagt und ihm eine interessante Woche in Berlin in Aussicht gestellt.

Ein Telefonat mit einer Mitarbeiterin des Büros hatte ihm für den zweiten Tag einen Termin angekündigt: eine „öffentliche Anhörung“. Was das wohl sein mochte und ob das wohl spannend wird? Mal sehen. Aber zunächst musste er in das Büro, Unter den Linden 71. Die beiden Mitarbeiterinnen begrüßten ihn und erzählten eine Menge interessante Dinge. Christian Worpenberg bekam einen Plastikausweis, und fühlte sich jetzt irgendwie doch schon fast so etwas wie ein richtiger Mitarbeiter im Büro von Dieter Jasper. Einen eigenen Schreibtisch und einen Laptop zum Arbeiten bekam er auch.

Thema der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie war die Energiewende. Gemeinsam mit Ausschussmitglied Dieter Jasper hörte er, wie Sachverständige aus allen möglichen Bereichen der Energiewirtschaft ihr Für und Wider darlegten und Fragen stellten, die dann wiederum von anderen Sachverständigen beantwortet wurden - und das stundenlang. „Ziemlich anstrengend das Ganze“, so der Kommentar von Christian Worpenberg.

Den nächsten Tag verbrachte er an „seinem“ Schreibtisch und erlebte hautnah mit, wie das hektische Leben in einem Abgeordnetenbüro während einer Sitzungswoche tobt. Ständig klingelte das Telefon, Hunderte von E-Mails mussten gelesen, aussortiert oder beantwortet werden - alles in ständiger Abstimmung mit dem Abgeordneten. Unmengen von Post wurden gesichtet. „Toll fand ich, dass ich, trotz des Bergs an Arbeit, immer einbezogen und nicht nur einfach an den Kopierer wegdelegiert wurde. Meine Fragen wurden immer aufmerksam beantwortet und ich lernte so einiges über das Funktionieren der Strukturen am Bundestag dazu“.

Am Mittwoch seiner Praktikumswoche nahm Christian Worpenberg vormittags an einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses teil, bekam einen Einblick in den Bereich des Parlamentsfernsehens und verfolgte zuletzt von der Besuchertribüne aus eine so genannte „Aktuelle Stunde“. Diese gibt den Abgeordneten, die nach einer vorherigen Fragestunde, in der die Regierung vom Parlament befragt wird, Gelegenheit zur weiteren Aussprache.

Am Donnerstag verfolgte der Lengericher die wichtige Debatte zum Atomausstieg von der Besuchertribüne aus. Es wurde heftig debattiert, teilweise sehr emotional und laut. Christian erlebte, wie schwer es ist, Demokratie in der Praxis wirklich zu leben. Das Sahnehäubchen des Tages war für ihn, im Gang vor dem Plenarsaal der Bundeskanzlerin zu begegnen und ganz nah an zahlreichen anderen Promis vorbeizugehen, die man sonst immer nur im Fernsehen sieht.

Der Abend wurde gekrönt durch einen Besuch des Senders n-tv, wo er im Publikum einer Sendung saß und die Produktion einer Sendung miterlebte.

An seinem letzten Tag in Berlin besuchte er den Bundesrat, wurde über dessen Funktionsweise informiert und darüber, welche Rolle der Bundesrat bei der Gesetzgebung spielt. Erstmals ist mit Hannelore Kraft eine Frau Präsidentin des Bundesrates.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete sich Christian Worpenberg von seinen beiden „Kolleginnen“ im Bundestagsbüro, die ihn die ganze Zeit so herzlich betreut hatten. Sein Resümee: Diese Woche hat viel Energie gefordert.
 
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