Nützlich statt gemeinnützig

Quelle: www.wn-online.de

Hermann Tüpker, Dieter Jasper und Melanie Jaretzki (von links) im Bürgerbus. Der Bundestagsabgeordnete Jasper zeigte sich von dem Engagement des Vereins beeindruckt.Foto:
Hermann Tüpker, Dieter Jasper und Melanie Jaretzki (von links) im Bürgerbus. Der Bundestagsabgeordnete Jasper zeigte sich von dem Engagement des Vereins beeindruckt.Foto:
(Björn Meyer)


Westerkappeln - Vor einiger Zeit wurde Dieter Jasper von einem Kollegen im Bundestag darauf hingewiesen, dass vielen Bürgerbusvereinen in Deutschland demnächst die Gemeinnützigkeit abgesprochen werden könnte. Eine schlechte Nachricht, dachte Jasper und erinnerte sich dabei vor allem an die Bürgerbusvereine in seinem Wahlkreis. Neben dem in Emsdetten/Saerbeck also außerdem eben an den in Westerkappeln.

Und obwohl Jasper nach der vermeintlichen schlechten Nachricht schnell bemerkte, dass die Bürgerbusvereine im hiesigen Wahlkreis faktisch gar nicht gemeinnützig sind, nahm der CDU-Mann die Mitteilung zum Anlass, sich über die beiden Projekte genauer zu informieren.

„Wir sind zwar ein eingetragener Verein, wollen aber gar nicht gemeinnützig sein“, sagt Melanie Jaretzki, Geschäftsführerin des Bürgerbusvereins. Was auf den ersten Blick verwunderlich anmutet, ist ganz leicht zu erklären: „Das würde viel Bürokratie bedeuten“, sagt Jaretzki. Doch ob nun gemeinnützig oder nicht, nützlich ist der Bürgerbus für Westerkappeln allemal. Seit Bestehen wurden mit einem der drei Busse, die der Verein bislang besaß, über 37 000 Menschen befördert. Allein in diesem Jahr werden es um die 5000 tausend Menschen sein, die das Angebot nutzen. „Auf den Verein können die Gemeinde und die, die sich engagieren, stolz sein. Das ist keineswegs selbstverständlich“, äußerte sich Jasper im Gespräch mit Jaretzki. Neben dem Vorstand und Rainer Grafe, der sich um das rote Vehikel kümmert, sind derzeit rund 30 ehrenamtliche Fahrer für den Verein unterwegs. Wer bei seiner Tour ausfällt kümmert sich rechtzeitig um Ersatz: „Das funktioniert bestens“, sagt Jaretzki und fügt an: „Dass der Bus nicht fährt, kommt nicht vor.“

Dennoch sucht der Verein immer neue Fahrer, zumal immer mal wieder welche aus dem freiwilligen Busdienst ausscheiden. „Es gibt keine strikten Verpflichtungen, uns ist auch schon geholfen, wenn jemand nur eine Tour im Monat übernimmt“, sagt Jaretzki.

Hermann Tüpker, Vorsitzender der Ortsunion, ergänzt, dass die Bedingungen, um den Bürgerbus zu fahren, nicht hoch sind. Ein Führerschein Klasse 3 reicht. Die benötigten ärztlichen Untersuchungen sowie den Beförderungsschein bezahlt der Verein. „Um dieses tolle Angebot auch in Zukunft aufrechtzuerhalten, macht es einfach Sinn, sich zu melden und zu beteiligen“, so Jasper.
 
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