Apotheken-Notdienst - Keine Einigung - aber positive Töne
Quelle: www.wn-online.de
Greven/Münster - Den großen Durchbruch brachte das Treffen nicht. Aber immerhin: Das Gesprächsklima sei „hervorragend“ gewesen, jeder habe seine Argumente vortragen können, lobte Ulrich Stratmann von der Grevener Bürgerinitiative Apothekennotdienst. Erstmals traf die BI am Mittwoch mit den örtlichen Apothekern zusammen.
Schauplatz war die Apothekerkammer in Münster. Kammer-Präsidentin Gabriele Overwiening begrüßte neben weiteren Kammer-Funktionären die BI- und Apothekervertreter aus Greven, die und Dieter Jasper sowie Josef Ridders (Behindertenbeirat Greven). „Zu einem Ergebnis sind wir noch nicht gekommen“, fasste Stratmann zusammen. Man habe sich jedoch darauf verständigt, dass man „eine vernünftige Lösung für Greven finden wird“. Dies habe die Präsidentin zugesichert. Noch arbeite die Kammer an einem Konzept für die Organisation des Notdienstes 2012. „Wir beharren natürlich weiter darauf, den Notdienst in Greven an die Notfallpraxis zu koppeln“, verdeutlicht Stratmann. Auf jeden Fall aber wolle man den Dialog fortsetzen.
Das wollen die Grevener Apotheker auch, sie machten am Mittwoch jedoch auch andere Argumente geltend. Nur ein Bruchteil der Notdienst-Patienten entstamme einer Behandlung in der Notfallpraxis. Zudem gebe es noch einen fachärztlichen Notdienst sowie nächtliche „Laufkundschaft“ ohne Rezept. Und: „Die Bedeutung der Grevener Notfallpraxis hat deutlich abgenommen“, sagte Apotheker Manfred Albrecht (Stadttor-Apotheke). Daher sei die BI-Forderung nicht bedarfsgerecht.
Auch wenn der Knoten bei dem Treffen nicht durchgeschlagen wurde: Dass man drei Stunden „sehr konstruktiv“ gesprochen habe, sei „ein Erfolg. Vielleicht sogar ein großer Erfolg“, findet Albrecht. Er sei „überrascht und erfreut“.
Die Neustrukturierung des Notdienstes bringe keine Verschlechterung. Die Wege würden nicht länger, allenfalls müssten sich Patienten auf andere Wege einstellen - statt nach Saerbeck vielleicht mal nach Sprakel oder Gelmer. Im Schnitt betrage der Weg zur 6,6 Kilometer und maximal 17 Kilometer, meistens aber deutlich weniger, rechnete Ilse (Adler-Apotheke) vor.
Das gestrige Treffen ist in ihren Augen ein Fortschritt. Bislang sei vieles - nicht immer sachlich - über die Medien an die Apotheker herangetragen worden. „Es ist vernünftig, die Polemik herauszuhalten. Es besteht die Gefahr, dass Ängste geschürt werden, wo keine nötig sind“, sagt Albrecht. „Das System verschlechtert sich nicht“, ergänzt er. „Eine Unterversorgung gab und gibt es nicht“, pflichtet Mentrup ihm bei.
Bei einer Infoveranstaltung in einigen Wochen soll das Thema mit den Bürgern diskutiert werden. Bis dahin wollen BI und Apotheker laut Albrecht „die Zusammenarbeit gestalten und verbessern“. So sei der Vorschlag, einen Fahrdienst einzurichten, so interessant, dass man ihm weiter nachgehen wolle. „Wir wollen uns einer Verbesserung ja nicht verschließen.“
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Dieter Jasper MdB