MdB Dieter Jasper aus Hopsten: „Berlin ist nicht zu Hause...“
Quelle: www.ivz-online.de
Ibbenbüren. Die rote Lampe leuchtet. Spülmaschine ist fertig. Viel wird nicht drin sein. Die ein oder andere Kaffeetasse. Ein Bierglas. Höchstens ein Pizzateller. Er kann nicht kochen. Was Dieter Jasper ohne Wimpernzucken zugibt. Das muss er auch nicht. Nicht in Berlin, in seiner Wohnung, in der er nicht wohnt. Nur schläft. „Ich hab´ extra aufgeräumt“ sagt er: Willkommen im Hauptstadtleben eines Bundestagsabgeordneten.
„Hey, Dieter, wat mach´s du denn hier?“, hat ihm neulich die Männertruppe auf Ausflug aus Hopsten zugerufen. Die Vierer-Combo saß zufällig bei ihm ums Eck draußen im Straßenimbiss und vertilgte eine Currywurst. Na, was er da wohl macht? Wohnen. Mitten in Berlin, früher Café-Kranzler-Eck, Ku-Damm rechts ab, Meinekestraße. Da ist zwar Charlottenburg, aber mehr Berlin, mehr mittendrin geht echt nicht: Bis zum Bahnhof Zoo fünf Minuten zu Fuß, die Gedächtniskirche ist nicht viel weiter weg, das KaDeWe nur einen Steinwurf weiter. Da, wo Dieter Jasper wohnt, da zuckt das Herz des Wessis für Berlin. Auch wenn die Mauer weg ist. Ku´-Damm, Prachtstraße.
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Einblicke: Hell ist sie, seine Wohnung in der Hauptstadt. Und Bundestagsmitglied Dieter Jasper fühlt sich hier während seiner Berlin-Wochen ganz wohl. In der Schale auf dem modern-braunen Tisch liegt der Diplomatenpass. Und „Der Spiegel“ mit dem Papst als Titelbild darf natürlich nicht fehlen. Der rote Stressless-Sessel im Hintergrund sieht gut aus, wird aber selten genutzt.
(Fotos: Peter Henrichmann)
(Fotos: Peter Henrichmann)
Vor zwei Jahren von den Wählern aus dem Tecklenburger Land, plus der Emsschiene mit Greven, Saerbeck und Emsdetten nach Berlin gewählt, hat Dieter Jasper seine ersten Parlamentswochen im Hotel abgewohnt. Das war nix für den 1,95 langen, schlaksigen CDU-Mann aus Hopsten: „Ich komme vom Land, ich brauche Platz!“
Seine Frau Anne hat das Zettelchen an der Tür der Meinekestraße 20 gesehen: „Wohnung zu vermieten“. Eine Heimat in der Hauptstadt sollte es werden. Der Abgeordnete, er hat ein stink-normales Klingel-Namensschild. Plastik einfach: Jasper steht drauf. Mehr nicht. Nebenan wohnt Müller, Meyer, Schulze. „Meine Nachbarn kenne ich nicht. Man sagt ,Guten Tag´ und das war´s dann.“
Sein Wohnhaus ist ein recht moderner, sechsgeschossiger Bau, von irgendeinem Investor zwischen wunderschöne alte Berliner Stadtvillen gepfropft. Die Meinekestraße, sie hat Berliner Flair. Jaspers Wohnhaus ist außen hell verputzt, etwas versprungen gebaut, der architektonische Abschluss einer Straße vor dem Hotel am Eck. Nebenan die Einfahrt zur Tiefgarage - so ist Berlin.
Unten im Flur riecht es ein bisschen. Nach Vanille. Zu viel Duft verteilt auf weißem Bruch-Marmor, als gäbe es da was zu übertünchen. Moderner Aufzug, rauf zu Jasper. Etage sechs - er wohnt ganz oben im Haus.Drinnen, in den 75 Quadratmetern, für die Dieter Jasper jeden Monat einige Hundert Euro berappen muss, ist alles schön hell. Große Fenster, rechts eine Buche-furnierte aber weitgehend nutzlose Einbauküche. Bad, Schlafzimmer und ein großes Wohnzimmer nach vorne raus. Ein kleiner Balkon mit schöner Aussicht. Seine Frau Anne hat der Wohnung eine modern-funktionale Ausstattung verpasst: Praktisch und leicht zu pflegen. Stoffblumen - Amaryllis im Glas, wer sollte echte Blumen auch gießen?
Der Normaltag des MdB (Mitglied des Bundestages) beginnt morgens um sechs. Duschen, rein in den Anzug, Krawatte binden und Fußmarsch zur S-Bahn. Irgendein Termin ist immer: „Wer hier in Berlin was von einem will, der lädt zum Frühstück ein. Das ist üblich“, sagt Jasper. Kein Wunder, dass die Küche ungenutzt bleibt. Der Plenartag endet, viele Termine später, meist gegen 22 Uhr. Nach irgendeinem Abendtermin - fast immer mit Essen. Kann aber auch sein, dass er gerade daheim die Füße auf den Tisch gelegt hat und das iPhone klingelt: „Abstimmung im Bundestag, Mehrheit in Gefahr, sofort kommen“, so oder ähnlich liest sich das in der SMS aus dem Reichstag. Tschüss Wohnung. Plenarsitzungen gehen oft bis tief in die Nacht.
Wahlkreis-Woche, Berlin-Woche, immer in Wechselschicht: Dann reist der 48-jährige Hopstener montags mit dem Handgepäck im Flieger ab Flughafen FMO-Greven oder mit der Bahn ab Rheine zur Sitzungswoche. Er hat fünf volle, fünf sehr lange Tage vor der Brust. Seine Wohnung, eigentlich gedacht als privater Rückzugsort, ist in erster Linie eine Schlafgelegenheit: Nach Hause kommen, mit der Frau daheim telefonieren und wenn der Hunger riesengroß ist, eine Tiefkühlpizza Tonno in den Ofen schieben, dazu reicht es gerade. Oder dazu, vor dem Schlafen noch eine Folge von „Two and a half man“ auf DVD auf dem großen Sony-Flachbildschirm zu schauen - Jaspers Wohnung ist ein Ort, um an nichts zu denken. Mit drei Weckern im Schlafzimmer, sonst klappt es nicht mit Aufstehen um sechs Uhr.
Und so wirkt Jaspers „Studentenbude“ - wie er selber sagt - ein bisschen zu funktional und aufgeräumt. Das muss so sein, denn um eine Putzkraft in Berlin hat er sich noch immer nicht kümmern können. Staub saugen, Dusche putzen, da muss der Herr Abgeordnete schon selber Hand anlegen. „Ordentlich“ hat er es hier in der Wohnung mit „seinem Berliner Stil“. Zu Hause, warm, bunt und gemütlich, das ist in Hopsten, wo seine Frau Anne, und die Kinder Max, Lotta und die kleine Mia wohnen. Sein Leben in Berlin, ob das normal ist? Für Dieter Jasper besteht kein Zweifel: Viele Abgeordnete wohnen jahrelang im Hotel, viele kennen nur Berlin-Mitte rund um den Reichstag. Das will Jasper nicht.
Und deshalb hat er sich mit seiner Frau demnächst auch einen Urlaub vorgenommen: „Mal eine Woche Berlin für das Tourismusprogramm. Das wollen wir schon seit zwei Jahren machen...“ Ins Hotel müssten sie nicht. Da wäre ja seine Wohnung, Meinekestraße. Mitten in Berlin. Vielleicht wird dann ja auch die Küche mal benutzt...
Seine Frau Anne hat das Zettelchen an der Tür der Meinekestraße 20 gesehen: „Wohnung zu vermieten“. Eine Heimat in der Hauptstadt sollte es werden. Der Abgeordnete, er hat ein stink-normales Klingel-Namensschild. Plastik einfach: Jasper steht drauf. Mehr nicht. Nebenan wohnt Müller, Meyer, Schulze. „Meine Nachbarn kenne ich nicht. Man sagt ,Guten Tag´ und das war´s dann.“
Sein Wohnhaus ist ein recht moderner, sechsgeschossiger Bau, von irgendeinem Investor zwischen wunderschöne alte Berliner Stadtvillen gepfropft. Die Meinekestraße, sie hat Berliner Flair. Jaspers Wohnhaus ist außen hell verputzt, etwas versprungen gebaut, der architektonische Abschluss einer Straße vor dem Hotel am Eck. Nebenan die Einfahrt zur Tiefgarage - so ist Berlin.
Unten im Flur riecht es ein bisschen. Nach Vanille. Zu viel Duft verteilt auf weißem Bruch-Marmor, als gäbe es da was zu übertünchen. Moderner Aufzug, rauf zu Jasper. Etage sechs - er wohnt ganz oben im Haus.Drinnen, in den 75 Quadratmetern, für die Dieter Jasper jeden Monat einige Hundert Euro berappen muss, ist alles schön hell. Große Fenster, rechts eine Buche-furnierte aber weitgehend nutzlose Einbauküche. Bad, Schlafzimmer und ein großes Wohnzimmer nach vorne raus. Ein kleiner Balkon mit schöner Aussicht. Seine Frau Anne hat der Wohnung eine modern-funktionale Ausstattung verpasst: Praktisch und leicht zu pflegen. Stoffblumen - Amaryllis im Glas, wer sollte echte Blumen auch gießen?
Der Normaltag des MdB (Mitglied des Bundestages) beginnt morgens um sechs. Duschen, rein in den Anzug, Krawatte binden und Fußmarsch zur S-Bahn. Irgendein Termin ist immer: „Wer hier in Berlin was von einem will, der lädt zum Frühstück ein. Das ist üblich“, sagt Jasper. Kein Wunder, dass die Küche ungenutzt bleibt. Der Plenartag endet, viele Termine später, meist gegen 22 Uhr. Nach irgendeinem Abendtermin - fast immer mit Essen. Kann aber auch sein, dass er gerade daheim die Füße auf den Tisch gelegt hat und das iPhone klingelt: „Abstimmung im Bundestag, Mehrheit in Gefahr, sofort kommen“, so oder ähnlich liest sich das in der SMS aus dem Reichstag. Tschüss Wohnung. Plenarsitzungen gehen oft bis tief in die Nacht.
Wahlkreis-Woche, Berlin-Woche, immer in Wechselschicht: Dann reist der 48-jährige Hopstener montags mit dem Handgepäck im Flieger ab Flughafen FMO-Greven oder mit der Bahn ab Rheine zur Sitzungswoche. Er hat fünf volle, fünf sehr lange Tage vor der Brust. Seine Wohnung, eigentlich gedacht als privater Rückzugsort, ist in erster Linie eine Schlafgelegenheit: Nach Hause kommen, mit der Frau daheim telefonieren und wenn der Hunger riesengroß ist, eine Tiefkühlpizza Tonno in den Ofen schieben, dazu reicht es gerade. Oder dazu, vor dem Schlafen noch eine Folge von „Two and a half man“ auf DVD auf dem großen Sony-Flachbildschirm zu schauen - Jaspers Wohnung ist ein Ort, um an nichts zu denken. Mit drei Weckern im Schlafzimmer, sonst klappt es nicht mit Aufstehen um sechs Uhr.
Und so wirkt Jaspers „Studentenbude“ - wie er selber sagt - ein bisschen zu funktional und aufgeräumt. Das muss so sein, denn um eine Putzkraft in Berlin hat er sich noch immer nicht kümmern können. Staub saugen, Dusche putzen, da muss der Herr Abgeordnete schon selber Hand anlegen. „Ordentlich“ hat er es hier in der Wohnung mit „seinem Berliner Stil“. Zu Hause, warm, bunt und gemütlich, das ist in Hopsten, wo seine Frau Anne, und die Kinder Max, Lotta und die kleine Mia wohnen. Sein Leben in Berlin, ob das normal ist? Für Dieter Jasper besteht kein Zweifel: Viele Abgeordnete wohnen jahrelang im Hotel, viele kennen nur Berlin-Mitte rund um den Reichstag. Das will Jasper nicht.
Und deshalb hat er sich mit seiner Frau demnächst auch einen Urlaub vorgenommen: „Mal eine Woche Berlin für das Tourismusprogramm. Das wollen wir schon seit zwei Jahren machen...“ Ins Hotel müssten sie nicht. Da wäre ja seine Wohnung, Meinekestraße. Mitten in Berlin. Vielleicht wird dann ja auch die Küche mal benutzt...
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