Wo drückt der Schuh?

Quelle: www.wn-online.de

Karsten Grundmeier (rechts) führt Dieter Jasper (2. von rechts) sowie seine Kameraden (von links) Josef Frieling, Frank Petrich und Klaus-Dieter Büttgen durch die THW-Unterkunft an der Ladberger Straße.Foto:
Karsten Grundmeier (rechts) führt Dieter Jasper (2. von rechts) sowie seine Kameraden (von links) Josef Frieling, Frank Petrich und Klaus-Dieter Büttgen durch die THW-Unterkunft an der Ladberger Straße.Foto:
(Michael Baar)


Lengerich - Zimperlich ist Dieter Jasper nicht. Barhäuptig und mit offenem Hemdkragen steht er auf dem Hof der THW-Unterkunft an der Ladberger Straße. Karsten Grundmeier erläutert knapp und präzise, mit welchen Fahrzeugen der Ortsverband Lengerich für welche Einsatz-Zwecke ausgerüstet ist. Aufmerksam hört ihm der Bundestagsabgeordnete zu, stellt Zwischenfragen. Wagen um Wagen rückt die Gruppe vor, im gleichen Rhythmus scheint die Jugendgruppe des Ortsverbandes als Vorauskommando unterwegs zu sein. Schließlich treffen sich junge und gestandene Mitglieder sowie Gäste. Kurzes Händeschütteln, ein Foto, weiter geht´s.

„Ich will sehen, was das THW in Lengerich macht, ob es Probleme gibt“, erläutert der Hopstener Christdemokrat den Grund seines Besuches. Auslöser ist wohl eine jährlich wiederkehrende Veranstaltung: „MdB´s meets THW“ heißt es schaurig-schön auf „Denglish“ vor dem Reichstag.

THW-Bezirks-Geschäftsführer Josef Frieling ist dabei gewesen. Es muss ziemlich was los gewesen sein, weil der Besuch von Dieter Jasper dort nicht vereinbart worden ist.

Der Gast hat die Unterkunft betreten. Verlockend duftet es nach Suppe. Doch zunächst will der 48-jährige Parlamentarier wissen, wo der Schuh drückt, wann und wie das THW zur Hilfe eilt. „Wenn man uns braucht, fahren wir los“, schmunzelt Karsten Grundmeier. Was sich flapsig anhört, ist in der Realität knallharte Arbeit. Beispielhaft erzählt der Ortsbeauftragte vom Hochwasser-Einsatz in Südfrankreich. Innerhalb von fünf Stunden sei die angeforderte Gruppe aus Lengerich auf dem Weg gewesen, „an einem Freitagabend“.

Am Engagement der Mitglieder gibt es keinen Zweifel. Dafür könnte an anderer Stelle der Schuh drücken: Freistellung durch den Arbeitgeber. „Bei großen Firmen ist das noch relativ problemlos“, spricht Karten Grundmeier aus Erfahrung. Doch bei kleinen Handwerksbetrieben seien die als Arbeitskräfte wie als THWler hoch qualifizierten Mitglieder eigentlich nicht zu entbehren.

Mit knapp 100 Mitgliedern ist der Ortsverband Lengerich gut aufgestellt. Der Wegfall der Wehrpflicht hinterlässt Spuren, weil die Alternative THW von den jungen Erwachsenen nicht mehr benötigt wird. Wie´s dennoch weitergehen kann, ist an diesem Abend schon deutlich geworden: Die Jugendgruppe ist beredtes Beispiel für erstklassige Nachwuchsarbeit.
 
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