Bahnhofsgebäude vor dem Verfall

Quelle: www.wn-online.de , Wilhelm Schmitte

Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude droht zu verfallen. Die Genossenschaft „Kattenvenne 1312“ mit Günther Dierk (kleines Bild) an der Spitze möchte die Anlage retten.Fotos (2):
Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude droht zu verfallen. Die Genossenschaft „Kattenvenne 1312“ mit Günther Dierk (kleines Bild) an der Spitze möchte die Anlage retten.Fotos (2):
(Wilhelm Schmitte)


Lienen-Kattenvenne - Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude nutzen - als Café, Begegnungsstätte oder Wohnung. Diesen Traum hegen in Kattenvenne einige Menschen. Auch die Genossenschaft „Kattenvenne 1312“ macht sich für eine Nutzung stark und möchte nicht einem weiteren Verfall tatenlos zuschauen.

Vorstandsvorsitzender Günther Dierk hat sich in einem Schreiben an den heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper gewandt und den „verkommenen Zustand“ des Kattenvenner Bahnhofs beklagt. Der Politiker wiederum bemühte das Bundesverkehrsministerium und den zuständigen Minister Dr. Peter Ramsauer.

In der Antwort aus Berlin heißt es unter anderem: „Tatsächlich ist es nicht weiter hinnehmbar, in welchem Zustand sich viele ehemalige Bahnhofsgebäude befinden. Auch diese prägen im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger das Image der Deutschen Bahn (DB) mit. Ziel aller Verantwortlichen sollte es künftig sein, Empfangsgebäude alter Bahnhöfe vor dem Verfall zu retten und einer nachhaltigen Weiternutzung zuzuführen.“ Die Rede ist von einem Konjunkturprogramm mit 330 Millionen Euro. Zum Bahnhof Kattenvenne heißt es in dem vom Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann unterzeichneten Schreiben: „Für den Bahnhof Kattenvenne sieht das Konjunkturprogramm die Verbesserung der Sicherheit durch das Anbringen von Bahnsteig-Schraffuren vor, die bereits an Gleis 1 und 2 realisiert wurden. Darüber hinaus erweckt diese Bahnstation in ihrer betrieblichen Ausstattung und dem Zustand des Empfangsgebäudes keinen vernachlässigten Eindruck.“

Dieser letzte Satz behagt Günther Dierk und die Genossenschaftsmitglieder nicht. Erneut geht nach der Jahreshauptversammlung ein Brief an Dieter Jasper mit der Bitte um Unterstützung. Darin heißt es unter anderem: „Diese abweichende Beurteilung des Bauzustandes durch alle anwesenden Mitglieder beruht auf ständiger Beobachtung des Verfalls. Die Verbitterung vieler unserer Mitbürger, die sich zur Mithilfe bei der Sanierung durch Eigenleistung oder durch Spenden bereit erklärt haben, wird täglich größer.“

Schon zum Tag der offenen Denkmals in den Jahren 2010 und 2011 durfte das Bahnhofsgebäude „der aufgrund des Bauzustandes bestehenden Gefährdung der Besucherinnen und Besucher für Leib und Leben“ nicht geöffnet werden.

„Die Mitgliederversammlung hat daher einstimmig beschlossen, Sie auch in Ihrer Eigenschaft als persönliches Mitglied unserer Genossenschaft zu bitten, zumindest zu den Denkmaltagen 2012 eine Begehungsmöglichkeit zu erreichen, wenn bis zu diesem Zeitpunkt eine Übergabe des Denkmals an einen anderen Risikoträger nicht abgeschlossen sein sollte“, schreibt Dierk an Jasper.


 
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