Bahnhof Kattenvenne nach vorn bringen

Der CDU-Vorsitzende von Lienen, Gerhard Schomberg, und Bundestagsabgeordneter Dieter Jasper erkundeten vor der Besprechung den Zustand des Bahnhofgebäudes

Gemeinsam an einem Strang ziehen, um den Bahnhof Kattenvenne nach vorne zu bringen: Auf dieses Ziel einigten sich der heimische Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper, Lienens Bürgermeister Martin Hellwig, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Gerhard Schomberg, Günther Dierk (Vorsitzender Kattenvenne 1312eG) und Lienens Bauamtsleiter Günter Glose  bei einem Ortstermin. Für alle ist klar:  Mit dem Bahnhof muss etwas passieren, „so wie sie jetzt sind, können die Dinge nicht bleiben“, brachte es Dieter Jasper auf den Punkt.  Jasper, Hellwig, Schomberg und Glose schauten sich am Dienstag, 10. Januar,  im und am Bahnhof Kattenvenne um, anschließend ging es zu Günter Dierk, um dort das weitere Vorgehen zu besprechen.

Ideen, um dem Gebäude, das seit 23 Jahren leer steht,  wieder Leben einzuhauchen, gibt es reichlich. Kultur, Gastronomie, Firmenrepräsentanzen, das alles ist denkbar.  Das für das 19. Jahrhundert typische Bahnhofsgebäude hat Potential und  könnte wieder zu einem Schmuckstück des Dorfes werden. Davon ist nicht nur die Genossenschaft Kattenvenne 1312 als einer der Hauptstreiter für die Revitalisierung des Bahnhofes überzeugt. Auch Politik und Verwaltung sehen die Möglichkeiten, die das denkmalgeschützte Haus bietet. MdB Dieter Jasper erinnerte an ein Beispiel aus dem niedersächsischen Thuine (zwischen Lingen und Fürstenau), wo ein Kulturverein die alte Molkerei des Dorfes saniert hatte, die nun als Kultur- und Veranstaltungszentrum genutzt wird. Auch im Kreis Steinfurt gibt es ähnliche Beispiele für bürgerschaftliches Engagement.

Sind das Vorbilder für Kattenvenne? Die Genossenschaft ist jedenfalls außerordentlich rührig und bereit, sich ehrenamtlich einzubringen und auf diese Weise einen Eigenanteil der Gemeinde zu leisten.  Kaufen darf sie den Bahnhof hingegen nicht. Da die Deutsche Bahn dort noch wichtige technische Einrichtungen betreibt (u.a. ein Stellwerk), räumt sie nur der öffentlichen Hand, in diesem Fall der Gemeinde Lienen, ein Kaufrecht ein. Die wiederum kann ohne Landes- und Bundeszuschüsse einen Kauf und eine Sanierung auf keinen Fall stemmen, sagte Bürgermeister Hellwig.

Dieter Jasper sicherte in diesem Zusammenhang zu, sich in Berlin für Kattenvenne einzusetzen und seine Kontakte zu nutzen. „Wenn die Absichten konkreter werden, muss man schauen, wie man eine Förderung hinbekommt“, bemerkte er. Deshalb richtet sich der Blick jetzt auf das Nutzungs- und Machbarkeitskonzept, dass Studenten der Fachhochschule Münster für den Bahnhof erarbeitet haben.  Auf dieser Grundlage, so das einhellige Ergebnis des Treffens am Dienstag, sollten Nutzungsvarianten festgelegt werden. Jasper will dann in Berlin bei der Deutschen Bahn und beim Verkehrsministerium abklopfen, was möglich ist, damit das Projekt eine solide Basis bekommt.

Wenn die Varianten in Lienen vorgestellt werden, wird sich Dieter Jasper erneut vor Ort informieren.

Allerdings: Trotz aller Ideen  rund um die Zukunft des Bahnhofes war man sich am Dienstag ebenso einig, dass ein Nutzungskonzept tragfähig sein muss. „Realistisch, finanzierbar, machbar“, nannte es CDU-Ortsverbandsvorsitzender Gerhard Schomberg.  Wenn eine Sanierung nicht zu bezahlen ist, müsse man dazu stehen, bemerkte Dieter Jasper, und keine falschen Hoffnungen wecken. Jasper: „Wenn es nicht geht, dann werde ich das auch sagen, da ducke ich mich nicht weg.“

Dem Ortstermin vorangegangen war ein Brief des Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann. Er hatte geschrieben, dass die „Bahnstation in ihrer betrieblichen Ausstattung und dem Zustand des Empfangsgebäudes keinen vernachlässigten Eindruck“ mache. Diese Beurteilung löste am Dienstag Unverständnis aus. „Da entspricht die Aktenlage nicht der Realität“, fasste Dieter Jasper zusammen.  Er mahnte die Deutsche Bahn, zumindest ihren Verpflichtungen im Rahmen des Denkmalschutzes nachzukommen und das Gebäude besser in Stand zu halten.


Pressebericht aus den Wesftfälischen Nachrichten vom 13. Januar 2012


 
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