Dieter Jasper MdB zu Besuch beim Jugendamt Ibbenbüren
Vor Ort hat sich jetzt der heimische Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper über die Jugendhilfearbeit in Ibbenbüren informiert. Auslöser des Besuchs bei Jugendamtsleiterin Petra Gittner waren die hohen Kosten, die der Kreis Steinfurt für die Heimunterbringung von Kindern aufwendet. Jasper wollte nun konkret erfahren, wie in den Städten, die über ein eigenes Jugendamt verfügen, die Situation gesehen wird.
Einig waren sich Jasper und Gittner darin, dass Jugendhilfe möglichst früh aktiv werden muss, um späteren Problemen vorzubeugen. Wenn frühzeitig eingegriffen wird, „um Kindern die Chance auf ein normales Leben zu geben, dann ist das gut investiertes Geld“, sagte Jasper. Petra Gittner verwies auf die präventive Arbeit, die in Ibbenbüren geleistet wird. „Wir gehen auf die Schulen und auf die Kindertagesstätten zu“, erläuterte sie. Ebenfalls zum Bereich der Vorbeugung gehört die Arbeit der Familienhebammen. Sie gewinnen oft Zugang zu Familien, die den Kontakt mit dem Jugendamt eher abblocken. Gittner: „Je früher wir Eltern erreichen, desto früher nehmen Eltern Hilfen an.“ Eine Ansicht, die von Jasper geteilt wird. Er unterstrich die Bedeutung von guten Kontakten zwischen Jugendamt und Schulen. „Wir sollten früh und integrativ ansetzen und wir sollten direkt in den Schulen ansetzen.“
In der jüngsten Vergangenheit hat das Jugendamt die Struktur der Hilfsangebote so geändert, dass die Prävention gestärkt wurde. Das hat zur Folge, dass die Fallzahlen zurückgehen, die Hilfe also rechtzeitig greift. Aber das hat auch finanzielle Effekte. Das Jugendamt hat im Jahr 2011 236000 Euro weniger für die Jugendhilfe ausgegeben als veranschlagt, insgesamt waren es 7,024 Millionen Euro. Davon entfallen gut zwei Millionen Euro auf die Unterbringung von 30 Kindern und Jugendlichen in Heimen. „Die Kosten sind hier so hoch, weil die Betreuung so personalintensiv ist“, erklärte Gittner. Bei der Unterbringung arbeite man mit regionalen Trägern zusammen und achte nicht nur auf Qualität, sondern auch auf den Finanzrahmen. Im übrigen sei Kostentransparenz gegenüber der Politik ein Kennzeichen der Arbeit im Jugendamt. Ein weiteres Merkmal der Jugendhilfearbeit in Ibbenbüren ist die gute Vernetzung zwischen den Akteuren, so Petra Gittner. Ehrenamtliche Helfer sind Teil des Netzwerkes und ein wichtiger Faktor. Gittner: „Die kurzen Wege und die engen Kontakte sind ein Standortvorteil für ein städtisches Jugendamt.“
Das sieht auch Dieter Jasper so. Er betonte abschließend die große Bedeutung der Jugendhilfe. Zwar könne man kritisch einwenden, ob nicht mitunter zu viel Geld in den Bau und in die Ausstattung von Heimplätzen fließt, etwa bei großen Heimkomplexen. Letztlich gehe es aber um Kinder und Jugendliche, denen man eine Chance geben müsse. „Wir müssen uns das leisten können. Das ist Aufgabe des Staates.“
Pressenbericht aus der IVZ vom 19.01.2012 
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