„Eine gute Alternative“: Rufe nach Röttgen-Kandidatur mehren sich
Quelle: Westfälische Nachrichten, H. Riemenschneider
Düsseldorf - Die Diskussion ist voll entbrannt. Wer soll den stärksten CDU-Landesverband führen? Soll es eine NRW-Lösung geben, das Trio aus Armin Laschet, Fraktionschef Karl-Josef Laumann und Generalsekretär Andreas Krautscheid? Oder soll ein prominenter Bundesminister - nämlich Norbert Röttgen - die NRW-CDU führen? Damit verbunden ist die Frage, wer bei der nächsten Landtagswahl als Spitzenkandidat gegen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft antritt.
Seit Laschet sein Interesse an dem Posten erklärt hat, läuft in der Partei die Debatte, warten alle auf ein Wort von Röttgen, der in Urlaub weilt. Das Klima wird etwas gereizter, was den Chef des CDU-Kreisverbandes Coesfeld, Werner Jostmeier, beunruhigt: „Wir können uns nicht erlauben, einen der Kandidaten zu beschädigen.“ Die Partei brauche „alle vier“ Spitzenpolitiker. Laumann versucht, die Wogen zu glätten: „Ich finde es normal, dass es nach vier Wochen, seitdem Jürgen Rüttgers seinen Rückzug vom Parteivorsitz erklärt hat, einen Kandidaten für die Nachfolge gibt.“ Es verspricht ein „gutes und faires“ Verfahren.
Dieses soll bei mehreren Kandidaten eine Mitgliederbefragung einschließen. Sowohl Jostmeier, der eher Chancen für Laschet sieht, als auch der münsterische CDU-Kreisvorsitzende Stefan Weber sprechen sich dafür aus. Weber kann sich vorstellen, dass Röttgen mit seiner „wirtschafts- und umweltpolitischen Kompetenz“ gut zum „sozialpolitischen Profil“ Laumanns passt.
Jens Spahn, Chef des Kreisverbands Borken, drängt Röttgen zur Kandidatur: „Dann hätten unsere Mitglieder die Chance, eine Auswahl zu treffen. Und der neue Landesvorsitzende könnte sich auf eine breite Basis jenseits informeller Absprachen stützen.“ Dem münsterischen Bundestagsabgeordneten Ruprecht Polenz ist ebenfalls eine echte Wahlmöglichkeit für die Mitglieder lieber als ein einziger Kandidat. Auch inhaltlich solle die Basis mitreden können. Sein Fraktionskollege Dieter Jasper (Ibbenbüren) hält Laschet wie Röttgen für gute Kandidaten, kann sich aber Röttgen als „eine gute Alternative“ vorstellen.
Die Debatte Düsseldorfer oder Berliner Lösung, sie will niemand in der Partei führen. Oliver Wittke, Chef des Parteibezirks Ruhrgebiet, betont: „Ich will eine nordrhein-westfälische Lösung“, hinter der die Basis stehe. Deshalb müsse die Parteispitze den Eindruck vermeiden, es werde im Hinterzimmer entschieden.
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Dieter Jasper MdB