Handwerk reagiert auf Fachkräftemangel
Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung, von Anke Beiing
Dieter Jasper (MdB) besucht Kreishandwerkerschaft / Bund: eine Milliarde Euro für Mittelstand

Bildzeile: MdB Dieter Jasper (2.v.r.) besuchte gestern die Kreishandwerkerschaft in Ibbenbüren. Dort präsentierten Geschäftsstellenleiter Reinhard Kipp (v.l.), Geschäftsführer Hermann Goecke und Hauptgeschäftsführer Paul Osterbrink die Tischlerwerkstatt, die mit Fördermitteln der Bundesregierung modernisiert worden ist. Foto: Anke Beiing
Ibbenbüren. Deutlich mehr Lehrverträge als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres seien bisher im Bereich der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf unterzeichnet worden, erklärte Hauptgeschäftsführer Paul Osterbrink gestern beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper. Das sei eine gute Entwicklung. Das Handwerk habe den Fachkräftemangel erkannt. Jasper war im Zuge seiner Sommerinitiative „Mittelstandsförderung aus Berlin für die Region“ bei der Kreishandwerkerschaft in der Geschäftsstelle Ibbenbüren zu Gast. Die Bundesregierung stelle in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro Fördergelder für innovative kleinere und mittlere Unternehmen zur Verfügung, erklärte der Abgeordnete. Er besuche nun die Firmen in seinem Wahlkreis, die bereits Fördergelder bekommen haben.
So wurde in der Kreishandwerkerschaft beispielsweise die Modernisierung der Tischlerwerkstatt mit fast 23 000 Euro unterstützt – zur Freude von Osterbrink, Geschäftsführer Hermann Goecke sowie des Ibbenbürener Geschäftsstellenleiters Reinhard Kipp, die gestern mit Dieter Jasper sprachen. Doch sie äußerten auch Kritik am Förderprogramm. „Viele kleine Firmen haben organisatorisch einfach nicht die Möglichkeit, solche Mittel zu beantragen“, monierte Goecke.
Kritisch betrachteten die Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft auch die elektronische Datenbank für Entgeldnachweise „Elena“. „Welche Details dort abgefragt werden, ist unglaublich“, sagte Hermann Goecke. Besonders kleine Betriebe ohne echte Verwaltung seien mit dem komplizierten und zeitraubenden System doppelt gestraft, ergänzte Paul Osterbrink. Goecke kritisierte zudem die Informationspolitik der Bundesregierung in Bezug auf „Elena“. Nachdem Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle „Elena“ als tot bezeichnet habe, wisse nun niemand mehr genau, was Sache sei. Dieter Jasper versprach, sich über den Stand der Dinge schlau zu machen.
Weitere Gesprächsthemen zwischen dem Politiker und den Vertretern der Kreishandwerkerschaft waren Lohnnebenkosten, Steuerpolitik, Schwarzarbeit sowie Kohle und Kraftwerke.
Paul Osterbrink berichtete zudem vom Bemühen der Kreishandwerkerschaft um den Mofaführerschein ab 15 Jahren sowie eine Änderung des Autoführerscheins. Demnach sollte für das Fahren mit Anhänger keine extra Prüfung mehr nötig sein. Zudem sollten Führerscheinbesitzer auch Leichtkrafträder bis 125 Kubik steuern dürfen. „Wir haben in unserem Bereich große Entfernungen zu überbrücken“, begründete Osterbrink die Bemühungen. Da müssten schon Lehrlinge mobil sein.
„Das Handwerk liegt mir am Herzen und ist Schwerpunkt meiner politischen Arbeit“, sagte Dieter Jasper schon zu Beginn des Gesprächs. Dem Wunsch Paul Osterbrinks, den Kontakt künftig zu intensivieren, komme er daher sehr gern nach.
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