62 Jugendliche bereiten sich in Berlin und Hopsten auf die Firmung vor

Quelle: www.ivz-online.de

Zwölf Erwachsene, Pastoralreferentin Gabriele Hecker und Pater Joseph sprachen mit den Jugendlichen über ihren Glauben.
Zwölf Erwachsene, Pastoralreferentin Gabriele Hecker und Pater Joseph sprachen mit den Jugendlichen über ihren Glauben.
(Foto: Mechthild Schwienheer)


Hopsten. 62 Jugendliche der Pfarrgemeinde Sankt Georg weilten anlässlich ihrer Firmung von Dienstag bis Freitag der vergangenen Woche auf den Spuren Bischof Emmanuel von Kettelers in Berlin. Bürgermeister Winfried Pohlmann fuhr den voll besetzten Bus mit den Jugendlichen und zwölf Katechetinnen und Katecheten zur Jugendherberge am Wannsee.

Am Samstag trafen sich die Mädchen und Jungen zum Resümee im Kettelerhaus. Dem voraus ging am Montag sowie am Samstagnachmittag noch eine Firm-Katechese. Zwölf Erwachsene, Pastoralreferentin Gabriele Hecker und Pater Joseph waren bereit, mit den Jugendlichen über ihren Glauben zu sprechen und deutlich zu machen, was Glauben mit dem eigenen Leben zu tun hat.

Schon Bischof Ketteler habe deutlich gemacht, dass zum Christsein das Engagement für andere gehöre. Ketteler war von 1846 bis 1848 Pastor in dem damals völlig verarmten Hopsten und sei dadurch bestärkt worden, sich in der Kirche, Politik und Gesellschaft zu engagieren. Er mischte sich ein in die sozialen Fragen seiner Zeit, forderte den Staat auf, durch Gesetzgebung Arbeiter vor Ausbeutung zu schützen. Ketteler kämpfte zum Beispiel für gerechten Lohn, Verkürzung der Arbeitszeit, Gewährung von Ruhetagen, Verbot der Kinderarbeit in den Fabriken, für Schulbildung usw. In seinen Schriften und Predigten forderte der große Sozialbischof „Unsere Religion ist nicht wahrhaft katholisch, wenn sie nicht wahrhaft sozial ist.“

Hendrik Lambers, Fabian Poggemann, Daniel Bruns, Mattes Berling, Eric Büscher und Phillip Jasper erzählten noch ganz begeistert vom diesjährigen Firmkurs. Es sei einfach toll gewesen, dass Pfarrer Söntgerath die Firmvorbereitung mit einer Berlin-Reise verbunden habe. Nicht ohne Grund, wie aus den Lebensdaten zu erfahren sei.

Wilhelm E. von Ketteler wurde am 25. Dezember 1811 in Münster geboren. Von 1846 bis 1848 war er „Bauernpastor in Hopsten, bis er als Abgeordneter 1848 für die erste deutsche Nationalversammlung in die Paulkirche gewählt wurde. 1849 wurde er Probst in Berlin und schon 1850 Bischof von Mainz. „Wir haben viel von Berlin erfahren. Auf den Spuren Kettelers haben wir die Hedwigs Kathedrale besucht.“ Dort habe Pater Joseph mit ihnen eine ganz beeindruckende Jugendmesse gefeiert, erzählt Hendrik Lambers.

Bürgermeister Winfried Pohlmann „karrte uns überall hin“, erzählten die Jugendlichen begeistert. „Wir durften sogar mit unseren Freunden allein die Stadt erkunden. Der Bürgermeister holte uns vom vereinbarten Treffpunkt wieder ab.“

Die Firmlinge erlebten eine Stadtrundfahrt, die von einer Stadtführerin begleitet wurde. Sie besuchten den Fernsehturm, eine jüdische Synagoge und den Bundestag. „Dort haben wir bekannte Politiker aus nächster Nähe gesehen,“ berichteten die Jugendlichen beeindruckt: die Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schäuble, von der Leyen, Westerwelle und hörten Jürgen Trittin sprechen usw.

Auf die Frage, ob seine Entscheidungen in der Politik etwas mit seinem Glauben zu tun habe, habe der Hopstener Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper sehr freimütig geantwortet. „Mein Glaube ist wichtig für meine politische Arbeit und beeinflusst meine Entscheidungen“, wusste Pastoralreferentin Gabriele Hecker, die gemeinsam mit Pater Joseph die Berlinfahrt und Katechese betreute, zu berichten.

Wieder in Hopsten angekommen freuen sich die Jugendlichen auf das Sakrament der Firmung am 3. Dezember, an dem sie sich als mündige Christen dazu bekennen, an Gott zu glauben.

VONMECHTHILD SCHWIENHEER

 
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